OWi Open Source It Manual DE

OWi Open Source It Manual Vs 1.2

/* english version */

Wie open source ich ein Hardware-Design (Kurzversion):

1   Veröffentlichen – Veröffentliche alle Dateien wie z.B. Baupläne, Source-Files, Zutatenlisten, Software Source-Code usw. Ermögliche es damit anderen, dein Design zu verstehen, herzustellen und zu modifizieren und offen mit dir zusammen zu arbeiten.

2   Offene Formate – Wähle wo immer möglich Datenformate, die jeder öffnen, kopieren und weiterbearbeiten kann, d.h. gib offenen Dateiformaten und Open Source Arbeitsprogrammen den Vorzug oder weiche mindestens auf billige und frei verfügbare Alternativen aus.

3   Eine offene Lizenz wählen – Stelle alle Dateien unter eine Lizenz, die die offene Weiterverarbeitung erlaubt z.B. die Creative Commons Namensnennung Lizenz. Die Lizenz gibt anderen die notwendigen Rechte, um mit deinen publizierten Dateien offen weiter zu arbeiten.

4   Auswahl der Bauteile – Wähle wo immer möglich in deinem Design fertig kaufbare Komponenten und Materialien, Standardprozesse, offene Infrastrukturen und freie Lösungen. Das erhöht die Möglichkeiten anderer, das Design herzustellen und zu nutzen.

5   Mach es bekannt – Markiere deine Dateien gut sichtbar als Open Source Hardware (z.B. in dem du das Open Source Hardware Logo verwendest oder auf dieses Manual linkst). Mache die Dateien auf deiner Website leicht zu finden und promote sie.

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Long Version:

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OWi Open Source It Manual (Open Source es Anleitung) Vs 1.2

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Open Source ist ein Beitrag für eine innovativere, sozialere und ökonomisch nachhaltigere Wirtschaft. Nehmt teil an der Entwicklung. Open sourced euer Projekt, euren Prozess, euer Produkt. Dieses Manual (= diese Anleitung) gibt Hinweise dafür und nennt Grundannahmen. Hier liegt die aktuelle Version 1.2 vor. Spätere Versionen werden mit einer neuen Versionsnummer veröffentlicht.

1. Design-Files veröffentlichen

(1.1)    Geteilte Design-Files. Das Veröffentlichen und Teilen von Informationen wie z.B. Design-Files, die zur Herstellung und Weiterentwicklung von Hardware oder mit Hardware in Verbindung stehenden Prozessen notwendig sind, ist die Kernpraxis von Open Source Hardware. Die Dateien werden in einer Weise veröffentlicht, die es jedem erlaubt und ermöglicht, sie zu studieren, sie weiterzuverbreiten, sie zu modifizieren und darauf basierende Dinge herzustellen und all das falls gewünscht auch kommerziell zu tun (vgl. Open Source Definition und Statement of Principles).

(1.2)    Freiheit. Freiheit für Informationen und Menschen ist das Grundfunktion von Open Source, darin liegt die Kraft von Open Source. Je größer die Offenheit und damit Freiheit von Informationen ist, desto stärker wird Open Source. Fünf Dimensionen bestimmen die Offenheit und damit Freiheit von Informationen: Die Software-Tools mit denen die Dateien erstellt wurden, die Lizenz unter der sie stehen, das Design der Dinge selbst, die Qualität der Aufbereitung der Informationen in den Dateien und die Auffindbarkeit und Vernetztheit der Informationen. Liest man dieses Manual weiter, wird man über jede hier Informationen finden.

2. Softwaretools und Dateiformate

(2.1)    Freie Dateiformate und Tools. Arbeitet mit und veröffentlicht in Dateiformaten, die jedermann leicht lesen und bearbeiten kann, weil die dafür notwendigen Programme frei verfügbar ist. Offene Formate und Programme sind vorzuziehen. Wo das nicht möglich ist, weicht auf preisgünstige und leicht zu beschaffende Alternativen aus.

(2.2)    Bearbeitbarkeit. Die Informationen sollten in einem Dateiformat zur Verfügung stehen, das eine Bearbeitung erlaubt. Im Zweifelsfall sind die Orginaldateien aus der Entwicklung die beste Wahl.

(2.3)    Konvertierbarkeit. Wo immer möglich, wählt Dateiformate aus, die leicht in andere Dateiformate umgewandelt/konvertiert werden können.

(2.4)    Übertragbarkeit. Stellt die Informationen in einer Weise zur Verfügung, die es leicht macht, sie zu kopieren und woanders neu hochzuladen und verfügbar zu machen (sie zu spiegeln).

(2.5)    Plattformunabhängigkeit. Ein allgemeines Maß für die Freiheit der Tools und Formate, die Bearbeitbarkeit, Konvertierbarkeit und Übertragbarkeit ist Plattformunabhängigkeit. Die Informationen sollten so weit wie möglich unabhängig sein von einer festgelegten Publikationsweise und einem festgelegten Publikationsort, sondern frei sein, Grenzen zu überspringen. Im Transfer der Informationen zwischen verschiedenen Websites, Servern, Trägern, Formaten und Darstellungsweisen verwirklicht sich ihre Freiheit. Freiheit, wie sie von diesem Manual angeleitet wird. Freiheit ist die beste Plattform!

(2.6)    Kollaboration. Wir wissen, dass die verfügbaren Werkzeuge und Techniken für die offene Dokumentation, Kommunikation und kollaborative Entwicklung von physischen Objekten und Verfahren gegenwärtig wenig ausgereift sind. Helft bei der Entwicklung: Gebt neuen Ideen eine Chance, spielt damit und experimentiert. Behaltet dabei die Ideen dieses Manuals im Hinterkopf. Sucht und wählt Lösungen, die ihr am besten und umfänglichsten kontrollieren könnt. Das Manual selbst empfiehlt keine bestimmte Plattform oder bestimmte Formatierungen. Sammlungen mit Hinweisen sind aber andernorts verfügbar. (Update: Eine Offene Linksammlung gibt es hier.)

3. Die Lizenzierung

(3.1)    Eine Freie-Inhalte-Lizenz nutzen. Benutzt eine Freihe Inhalte Lizenz um euer Design zu öffnen. Das ist ein grundlegender Schritt für die offene Zusammenarbeit daran. Lizenzen regeln ganz allgemein Nutzungsrechte. Mit einer entsprechenden offenen Lizenz, könnt ihr anderen kommunizieren und rechtlich ermöglichen, dass sie öffentlich eure Werke kopieren, damit arbeiten und sie weiterverbreiten dürfen. Ohne eine Lizenz ist ihnen das nicht erlaubt. Es ist wichtig, zu wissen, dass die meisten Open Source relevanten Lizenzen auf dem Urheberrecht beruhen und damit i.d.R. nicht auf physische Objekte/Hardware selbst angewendet werden können, sondern nur für Design-Dateien und Beschreibungen gelten. Die in der Beschreibung dargelegten Funktionalitäten sind davon nicht berührt. Darum ist es rechtlich unklar, welchen Schutz urheberrechtsbasierte Lizenzen tatsächlich für Hardware und Hardware-Design-Dateien bieten.

(Update: Es gibt jetzt einen License Guide mit mehr Informationen zu Lizenzen und den Fragen ringsherum.)

(3.2)    Eine Lizenz auswählen. Es gibt heute verschiedene Lizenzen zur Auswahl. Wählt eine Lizenz, die die hier unter 1.2 und von der Open Source Hardware Definition genannten Freiheiten vollständig gewährt. Allgemein ist der Offenheits- und Freiheitseffekt einer Lizenz um so höher ist, je einfacher die Lizenz ist, d.h. je weniger Einschränkungen und Bedingungen sie enthält. Das Feld der Lizenzen bleibt in Entwicklung. Aktuelle Beispiele für geeignete Lizenzen sind:

a.    die Creative Commons Attribution Lizenz (CC-BY),
b.    die Creative Commons Attribution-ShareAlike Lizenz (CC-BY-SA),
c.    die GNU General Public Licence (GPL),
d.    die TAPR OHL,
e.    die CERN OHL
f.    die FreeBSD Licence und
g.    die CC0 Universal – Public Domain Dedication.

(3.3)    Lizenzvermerk. Bringt den Lizenzvermerk deutlich sichtbar an. Die Lizenz sollte für jeden schnell und ohne langes Suchen zu finden sein. Offene Lizenzen und ein deutlicher Vermerk darüber sind ein Botschafter für Open Source und euer Anliegen.

(3.4)    Lizenzen achten. Wenn ihr auf die Arbeit anderer aufbaut, achtet darauf, die Bedingungen der dort gewählten Lizenz einzuhalten. Nehmt die Arbeit in Kauf. Bringt vor allem die Namensnennungen korrekt und prominent an. Dies stärkt das Vertrauen, die Zusammenarbeit und der Entwicklung der offenen Open Source Kultur.

4. Bauweise

(4.1)    Komponenten- und Materialverfügbarkeit. Wählt für die Konstruktion des Objektes oder den Aufbau des Verfahrens Komponenten und Materialien aus, die allgemein zugänglich sind, d.h. von jedermann leicht gefunden und gekauft werden können außerdem Standardprozesse, offene Infrastrukturen und freie Lösungen. Das erhöht die Möglichkeiten anderer, das Design herzustellen und zu nutzen. Wo das nicht möglich ist, gebt Hinweise, wie und wo man Fehlendes beschaffen oder eventuell ersetzen kann.

(4.2)    Nachvollziehbarer Aufbau. Gestaltet den Aufbau bzw. die Konstruktion möglichst übersichtlich und nachvollziehbar. Wo möglich nutzt und folgt allgemeinen Standards. Reparierbarkeit ist ein sinnvolles Designideal: Ist Fehlersuche möglich, kann man Einzelteile austauschen, ist alles wieder leicht voneinander zu lösen usw.

(4.3)    Standardwerkzeuge und –prozesse. Wann immer möglich, sollten bei der Konstruktion Werkzeuge und Prozesse zur Anwendung kommen, die allgemein verfügbar und leicht und preisgünstig zu beschaffen sind. Wo ihr davon abweichen müsst, gebt Hinweise, wo eventuelles Spezialwerkzeug beschafft oder selbst hergestellt bzw. wie Prozesse eingerichtet werden können.

(4.4)    Versionsnummern. Verseht Produkte oder Exemplare mit einer Versionsnummer oder einem Veröffentlichungsdatum, damit fertige Objekte leicht mit den richtigen bzw. dafür gültigen Information in Verbindung gebracht werden können.

5. Aufbereitung der Informationen

(5.1)    Verständliche Darstellung. Bemüht euch die Informationen möglichst verständlich und zugänglich aufzubereiten. Versucht logisch zu gliedern, kommentiert ungewöhnliche Aspekte, macht Voraussetzungen klar, wählt wo möglich eine allgemein verständliche Sprache. Vermeidet exotische Darstellungsweisen, sondern zieht gebräuchliche und zugängliche wie z.B. Fotos, Tabellen, Listen, Überschriften usw. vor.

(5.2)    Überblick/Einführung. Wenn die Darstellungen kompliziert sind und mehrere Dokumente umfassen, stellt eine allgemeine Einführung voran. Worum handelt es sich? Welche allgemeine Idee und Intention steht hinter der Sache? Ein Bild oder Rendering kann hier für den Einstieg sehr hilfreich sein.

(5.3)    Stückliste. Fügt eine separate Stückliste (Zutatenliste) mit allen notwendigen Teilen bei. Die Liste kann auch Zusatzangaben enthalten zu den einzelnen Teilen wie z.B. Versionsnummern, Kurzbeschreibung, Kosten, Bezugsquelle usw. Stellt sicher, dass es einfach ist, zu erkennen, welches Teil auf der Liste welche Rolle in der Konstruktion spielt. Verwendet die gleichen oder aufeinander bezogene Bezeichnungen an beiden Orten.

6. Auffindbarkeit und Vernetztheit

(6.1)    Vernetzung. Damit Open Source bzw. die Offenheit eurer Sache auch gut funktioniert, ist es wichtig, das andere eure Inhalte auch finden können. Das Finden der Informationen ist der erste Schritt zum Austausch, wechselseitigen Lernen und zur Kollaboration. Es gibt eine Vielzahl von Dingen, die hierfür wirksam sind, technische und soziale. Sie können hier nicht alle dargestellt werden. Einige gute allgemeine Hinweise für den Einstieg sind aber:

a.    Werbung. Werbt für euer Projekt, verbreitet es im Netz mit den Social Media Tools eurer Wahl etc. Sprecht mit Leuten darüber.
b.    Macht die Informationen auf den Internetseiten der Produkte einfach zu finden und schreibt den Link dahin auch auf das Produkt bzw. seine Ver- und Beipackungen.
c.    Beschäftigt euch bei der Erstellung eurer Seite mit den Grundzügen von Suchmaschinenoptimierung. Verwendet die richtigen Worte. Wonach würden Leute suchen usw.
d.    Schaut euch andere Open Source Projekte an und sucht Kontakt.
e.    Experimentiert! Probiert neue Vernetzungstechniken aus. >> Dieses Manual hat einen eigenen Vorschlag für eine Vernetzungstechnik/ein Vernetzungsexperiment: Verlinkt es von euren Seiten aus. Ein guter Ort dafür ist z.B. in der Nähe der Lizenz. Die Verlinkung und Verbreitung des Open Source It Manuals erklärt allen schnell, wie euer Projekt funktioniert und wie Open Source an sich funktioniert. Menschen begegnen der Idee und lernen dabei gleich selbst, wie sie ein eigenes Open Source-Projekt aufsetzen können. Unten könnt ihr euch dafür den Button herunterladen und html-Code kopieren und bei euch einfügen.

April 2014

 

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Earlier versions of the Manual: Vs 1.0 (Nov. 13)Vs 1.1 (Jan. 14)

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3 Gedanken zu „OWi Open Source It Manual DE

  1. Pingback: Open Source it Manual – Call for Collaboration — keimform.de

  2. Kai Boever

    Eine kleine Anregung zum Kapitel 4: Eine ausführlichere Beschreibung der Lizenzen und möglichst noch einn kleinen Vergleich fände ich in so einer Anleitung ganz hilfreich.

    Antworten
  3. Pingback: Open Source Beet-Box | beet und box

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